Die Kunst und Ästhetik der Schwarz-Weiß-Fotografie

Fotografie ist mehr als nur das Festhalten eines Momentes – sie ist eine Kunstform, bei der Fotografinnen und Fotografen Emotionen, Geschichten und Ästhetik ohne Worte zeigen, besonders in der Schwarz-Weiß-Fotografie. 
Die legendäre Schwarz‑Weiß‑Fotografie stammt aus der goldenen Zeit des Fotojournalismus und ist die Königsdisziplin in der Fotografie und wirkt viel edler mit ihrer zeitlosen Ästhetik, Klarheit und ihrem Fokus auf das Wesentliche als die Farbfotografie. 

Als die Fotografie erfunden wurde, ca. 1839 Daguerreotypie von Louis Daguerre, waren mit den damals verfügbaren Materialien alle Fotos nur monochrom. Schwarz-Weiß war dann bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts der fotografische Standard. Schwarz, Weiß und die Grautöne gelten in der allgemeinen Farbenlehre als unbunte Farben, da sie keine wahrnehmbare Farbsättigung oder Farbtoninformation besitzen. Die Wirkung eines Schwarz-Weiß-Fotos basiert also nur auf Schwarz, Weiß und deren Abstufungen, den Grautönen. 
Wenn also keine Farben vorhanden sind, den Betrachter nicht ablenken, dann rücken Licht und Schatten, Kontraste, Linien, Strukturen und Formen in den Blickpunkt. Linien leiten das Auge, Kontraste schaffen Dramatik, Spannung und Emotionen. Niedriger Kontrast lässt alles weich, sanft oder mystischer erscheinen. Strukturen und Formen werden sichtbarer und die Intensität der Bildaussage richtet sich auf den Moment oder bestimmte Bildelemente. Alles wirkt visuell klarer, kraftvoller, zeitloser und es entsteht eine tiefere emotionalere Wirkung als bei Farbfotos. Das macht die Schwarz-Weiß-Fotografie zu einer einzigartigen stilvollen Ausdrucksform und erinnert an die früheren klassischen Reportagen.

Zu den berühmtesten zeitgenössischen Schwarz-Weiß-Fotografinnen und Fotografen gehörten Ansel Adams, Diane Arbus, Don McCullin, Dorothea Lange, Elliot Erwitt, Helmut Newton, Henri Cartier-Bresson, Peter Lindbergh und Sebastião Salgado. Sie fotografierten vor allem mit einer besonderen Lichtführung, Komposition und zeigten alltägliche Szenen, Landschaften und ihre Portraits waren mit emotionaler Tiefe, die ohne Worte auskamen.

Eine kleine Auswahl meiner Schwarz-Weiß-Fotos – es waren bewegende Momente, in denen sie entstanden sind.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten für die Erstellung von Schwarz-Weiß-Fotos. Direkt monochrom fotografieren oder in Farbe und dann in Bildprogrammen, RAW-Konvertern oder mit Filtern umwandeln in monochrome Fotos. Auch die Nachbearbeitung am Computer spielt dabei eine entscheidende Rolle, denn sie ermöglicht es den Kontrast zu optimieren, die Tonwerte zu verbessern und eine eigene intensivere Bildinformation einzuarbeiten. In manchen Aufnahmesituationen sind Schwarz-Weiß-Fotos sogar die bessere Wahl, gerade bei schlechtem Wetter, bei zu starken Kontrasten wegen der Sonneneinstrahlung oder diffusem Licht. Fotos, die in Farbe eher trist erscheinen, können in Schwarz-Weiß eine ganz eigene, stimmungsvolle Atmosphäre und Dramatik bekommen.
Schwarz-Weiß kann Emotionen und Geschichten auf eine eigene intensive Weise erzählen und wird häufig im Fotojournalismus, der Porträt- und Landschaftsfotografie, aber auch bei Street Fotografie eingesetzt. 

WENN MAN MENSCHEN IN FARBE FOTOGRAFIERT, FOTOGRAFIERT MAN IHRE KLEIDUNG.
FOTOGRAFIERT MAN SIE ABER IN SCHWARZ-WEISS, FOTOGRAFIERT MAN IHRE SEELE!

Ted Grant ( kanadischer Fotograf )


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