Generell geht es bei der Street Photography oder Strassenfotografie um die ehrliche und ungestellte Fotografie im öffentlichen urbanen Raum meist mit Menschen. Also in Städten, an Orten und auf den Straßen und ist eine visuelle Kunstform der Fotografie. Sie entstand in den 1930er-Jahren, als Fotografen ihre Kameras, meist Leicas, auf das pulsierende Alltagsleben in den Städten richteten. Henri Cartier-Bresson war einer der Wegbereiter dieses Genres.
Spontane Situationen im alltäglichen Leben aufnehmen, die scheinbar nebensächlich sind und doch im öffentlichen Raum oder Milieu das Leben und die Gesellschaft zeigen können. Fotos, die Geschichten erzählen, die Träume, Sehnsüchte, flüchtige oder magische Momente und Sorgen der Menschen sichtbar machen und das Leben im urbanen Raum authentisch und ungestellt widerspiegeln. Die Fotos können Emotionen auslösen und beim Betrachten die persönlichen Gedanken und Fantasien anregen. Natürlich ist es für uns Mitteleuropäer interessanter Fotos aus dem Ausland zu sehen, weil wir solche Momente und Situationen hier nicht kennen und sie faszinierender finden.

Der Mensch ist bei der Street Photography direkt oder indirekt Teil der Motive und ich begegne meinen Mitmenschen unterwegs stets mit Respekt, Anstand und Freundlichkeit. Der magische Moment oder die besondere Situation ist oft vorüber, wenn ich nachfrage, ob ich fotografieren darf. Daher fotografiere ich vorher oft mit Blickkontakt und frage dann nach und erkläre, was meine Aufmerksamkeit geweckt hat. Ein bewusster Augenkontakt vor der Aufnahme mit einem Lächeln und einem Zeigen der Kamera ist in den meisten Situationen oft auch ausreichend – jedenfalls ausserhalb Europas.
Viele Fotografinnen und Fotografen fühlen sich bei der Vorstellung unwohl, fremde Menschen zu fotografieren. Darf man Menschen auf der Straße einfach so fotografieren und brauche ich ein Einverständnis? Im Bereich der Street Photography herrscht seit der DSGVO eine große Unsicherheit in Bezug auf das Recht. So ist es nicht immer klar, was man als Fotograf darf und worauf man in Deutschland und Europa gerade bei Street Photography achten muss. Gegenüberzustellen sind die Interessen der abgelichteten Person am Schutz seiner personenbezogenen Daten ( Recht am eigenen Bild ) und die Interessen des Fotografen im Rahmen seines Rechtes auf freie Meinungsäußerung, Kunst- und Informationsfreiheit ( Kunsturhebergesetz ). Bei der Gestaltung mit fotografischen Mitteln handelt es sich um freie schöpferische Gestaltungen und somit um Kunstwerke. Denn in Straßenfotografien werden Atmosphäre, Eindrücke, Erfahrungen und Erlebnisse des Fotografen durch das Medium der Fotografie zur Anschauung gebracht und unter Geltung der DSGVO im künstlerischen Kontext so Personen erkennbar zeigen dürfen, ohne dass eine Einwilligung vorliegen muss. Es kommt jedoch immer auf die konkreten Umstände des Einzelfalles an und das ist genau die Unsicherheit dabei.
Die Mentalität und die Vorbehalte der Menschen in unserem Kulturraum machen die Street Photography daher nicht einfach, da es auch oft Hemmungen und Bedenken gibt. In Asien oder Teilen Afrikas ist es einfacher die Menschen zu fotografieren, sondern sogar oft ausdrücklich erwünscht. Für sie ist es etwas besonderes fotografiert zu werden und sie sind neugierig dann die Fotos in der Kamera zusehen. Bei meinen Besuchen bei indigenen Völkern hatte ich nie Probleme Menschen zu abzulichten. In muslimisch geprägten Ländern oder Orten sollte man unbedingt vorher nachfragen!.

Schreibe einen Kommentar