Lago di Garda – Immer noch ein Inbegriff von „Bella Italia“

Ein kleiner Roadtrip nach Oberitalien an den Gardasee nach Limone sul Garda, Malcesine, Riva del Garda und die Tremosine Hochebene. Von Südwest-Deutschland kommend mit dem Pajero geht es über den Fern- und Brennerpass zum Gardasee. Lago di Garda – alleine der Klang seines Namens weckt schon die große Reiselust. Treiben lassen, keine großen Pläne und einen Kurzurlaub mit mediterranem Flair im Herbst genießen. Am Gardasee lässt es sich leicht einmal abschalten und man kann das süße Nichtstun genießen. Dolce fa niente, wie die Italiener sagen würden. Seit Johann Wolfgang von Goethes Italienreise vor weit über 200 Jahren ist die Zuneigung der Deutschen zu ihrem Gardasee ungebrochen. Johann Wolfgang von Goethe wurde von dem mediterranen Klima, dem Licht und von den Farben des Sees, von den herrlichen Ausblicken auf die weitläufigen Olivenhaine und die Gewächshäuser mit Zitrusfrüchten regelrecht verzaubert. Er war so begeistert, dass er anderen deutschen, französischen und englischen Literaten diesen See empfahl. Sie folgten seinem Rat und wählten den Gardasee als Ort der Ruhe und Erholung sowie als Hintergrund ihrer Romane.

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Er ist der größte See Italiens und erstreckt sich über eine Fläche von 368 km² zwischen den drei Regionen Lombardei ( im Süden und Westen ), Venetien ( im Osten ) und Trentino-Südtirol ( im Norden ) mit den drei wirtschaftlich wichtigen Provinzen Brescia, Verona und Trient und hat eine gesamte Uferlänge von 158 km mit ganz unterschiedlichen Küsten und Landschaften, historischen Orten und beeindruckenden Sehenswürdigkeiten. Die Via Gardesana ist die Uferstraße rund um den Gardasee und verbindet alle am See liegenden Orte. Auf der östlichen Seite heißt sie Gardesana Orientale, die westliche Seite heißt Gardesana Occidentale mit scharfen Kehren und engen Tunneleinfahrten. Leider ist an den Wochenenden in den Ortsdurchfahrten meist sehr viel Stau, besonders in den Sommermonaten. In vielen Fällen sind auch die Personenfähren eine echte Alternative zum Auto, auch weil die Parkplätze in vielen Orten Mangelware sind.
Viele Touristen sagen, der Gardasee sei nicht mehr das typische Italien. Massentrubel, schlechtes Essen, überzogene Preise, Staus und teure Parkplätze. Und trotzdem findet man mit offenen Augen hier noch in den kleinen Orten das typische und günstige Italien.
Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei 12°C. Im Juli und August werden Temperaturen von 25°-30° C erreicht. Der See ist ein natürlicher Wärmespeicher und die Ufer sind von einem typisch sub-mediterranen Klima geprägt. Die Winter sind mild und die Temperaturen erreichen selten die Frostgrenze. Die Wassertemperaturen liegen von Juni bis September zwischen 18 und 20°C. Einer der typischen Produkte des Gardasees ist das native Olivenöl extra. Es ist leicht und delikat und wird durch das Qualitätssiegel „GARDA DOP“ unverwechselbar. Es gehört zu den fünf besten DOP-Olivenölen Italiens und wird in die ganze Welt exportiert. Vor Ort kann man es direkt in den zahlreichen Ölmühlen der Gegend oder in den Geschäften probieren und kaufen. Exzellente Weine wie Bardolino, Merlot, Cabernet und der Vin Santo (Dessertwein) werden in den Weinbergen angebaut. Der Fischfang war schon immer einer der größten Reichtümer des Gardasees und reich an vielen Fischarten. In der heutigen Zeit lebt ein Großteil der Bevölkerung rund um den See natürlich hauptsächlich vom Tourismus.

Das ehemalige Fischerdorf Limone sul Garda ist einer der beliebtesten Urlaubsorte am Gardasee. Es liegt am nördlichen Westufer und ist terrassenförmig eingebettet zwischen steil aufragenden Bergen mit Olivenhainen. Der Ort ist wunderschön und in der Nebensaison zum Glück auch nicht so überfüllt. Ein wahres Kleinod ist der alte malerische Hafen. Er verleiht dem Ort seinen unverwechselbaren Charme. Wer Zeit und Muße hat, sollte sich hier am Porto Vecchio oder am Piazza Garibaldi im Centro Storico ( Altstadt ) entweder auf eine Parkbank setzen oder im Außenbereich eines der Cafés und Restaurants Platz nehmen. Nur so kann man die Atmosphäre des Ortes bei einem Kaffee, Glas Wein, Limoncello, Zitronenlimonade oder einem leckeren Essen genießen, um danach den Ort ein wenig zu Fuss zu erkunden. Verträumte und verwinkelte Gassen schlängeln sich entlang bunter Häuser und geben immer wieder wunderschöne Aussichten auf den See, Oleanderbäumen, Palmen und Bougainvilleen frei. Die beste Aussicht über den Ort und den See hat man von der Limonaia del Castèl, der Chiesa San Rocco oder oberhalb an der Gardesana Occidentale aus. Zwischen Limone sul Garda, Malcesine und Riva del Garda pendeln mehrmals am Tag regelmäßig Ausflugsschiffe.
Ein weiteres Highlight beginnt hier – der spektakuläre Rad- und Fußweg des „Garda by Bike“-Projektes. Der Weg ermöglicht es zu Fuß oder mit dem Fahrrad eine Strecke zeitweise in luftigen Höhen und mit atemberaubende Blicken zwischen See und Himmel bis Riva del Garda zu genießen. Das Ziel in Zukunft ist es, einen kompletten Rundfahrradweg um den See zu realisieren.

Limone hat die Zitrone zu seinem Wahrzeichen gemacht und sie wird in allen Formen und Varianten angeboten. Zum Beispiel als Lebensmittel wie Limoncello, Nudeln mit Zitronenaroma, Zitronenkuchen, Zitronengebäck, Zitronenbonbon oder Zitronenessig und Öl. In Düften und Seifen wurden sie auch verarbeitet. Außerdem schmückt die Abbildung der Zitrone Kacheln, Geschirr, Schürzen, Türschilder oder Serviertabletts.
Die Herkunft des Namens Limone ist unter Wissenschaftlern noch sehr umstritten, kommt aber mit Sicherheit nicht von den Zitronen. Eine Deutung kommt von dem Wort Limen ( Grenze ) oder Lima ( Fluss ). Wegen der Grenzlage des Ortes zwischen den Bistümern Brescia, Trient und Verona oder weil es der Grenzort zwischen dem Kaisertum Österreich und dem Königreich Italien war. Eine andere Deutung ist auf die Kelten zurückzuführen, sie nannten den Ort auch schon Limon, Limonum oder auch Limone gemäß des keltischen Wortes Limo ( Ulme / Ulmenhain ).
Im 13. Jahrhundert bauten die Mönche des Franziskanerordens die ersten Zitronen ( von der ligurischen Küste ) in Gargnano an. Dann wurde der Anbau auf andere Gebiete am Gardasee ausgeweitet. Aus dem Jahr 1599 stammt der erste dokumentierte Hinweis, dass die Zitronen auch den Ort Limone, der damals Lemonum hieß, erreicht hatten und es das nördlichste Zitronenanbaugebiet Europas wurde. Ab dem 18. Jahrhundert wurden die ersten Gewächshäuser ( Limonaia ) gebaut. Um die perfekten klimatischen Bedingungen am Gardasee voll auszunutzen, wurden am Berghang Terrassen ( Còla ) errichtet und auf drei Seiten mit Steinmauern umschlossen und die Vorderseite mit Säulen versehen. Die Limonaia bestehen aus diesem fest verbauten Teil und einem abnehmbaren Teil aus Glas und Holzbrettern, die je nach Jahreszeit und Temperatur mit den Säulen und Mauern verbunden wurden, damit im Winter Licht eindringen konnte und die Pflanzen geschützt waren. Es gibt noch drei Zitronenhäuser, die besichtigt werden können: die Limonaia del Castèl, die Limonaia del Tesol und die Limonaia der Villa Boghi. Die Limonaia del Castèl wurde nach dem die Anlage verfallen war, von der Gemeinde von 1997 bis 2003 renoviert und im April 2004 wurden schließlich rund 50 Zitrusgewächse angepflanzt – Zitronen, Zitronatzitronen, Pampelmusen, Mandarinen, Bitterorangen, Clementinen und Kumquats. Im Juli 2004 wurde die Limonaie und ein Lehrpfad der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Von Limone sul Garda kommt man mit einem Ausflugschiff in 20 Minuten nach Malcesine. Es ist der perfekte Ausgangspunkt am nördlichen Ostufer des Gardasees für eine Wanderung auf den Monte Baldo. Hier startet auch die Seilbahn zur 1760 Meter hoch gelegenen Bergstation auf einen Gipfel des Monte Baldos mit herrlichen Panoramablicken über den See. Malcesine wird auch als „Perle des Gardasees“ bezeichnet. Schon Goethe war fasziniert, als er auf seinen Reisen an ihm vorbeisegelte. Der Ort selbst hat eine geschichtsträchtige Skalierburg, einen malerisch angelegten Hafen, mittelalterlichen Ortskern mit kleinen Plätzen, überwölbten Durchgängen, holprigen Pflasterwegen und trotz zahlreicher Touristen seinen Charme nicht verloren.

„Strada della Forra – Achtes Weltwunder“

Sir Winston Churchill

Die „Strada della Forra“ oder Sp 38, wird als eine der schönsten Straßen der Welt bezeichnet und ist sicherlich die schönste Panoramastraße am Gardasee. Spektakulär war sie allemal mit den schmalen einspurigen Tunneln, Wasserfällen, steilen Felswänden und tollen Ausblicken. Gut nachzuvollziehen, dass hier die Verfolgungsjagd der Anfangsszene für den James Bond Film „Ein Quantum Trost“ gedreht wurde. Vom Gardaseeufer bei Porto di Tremosine ( Hinweisschild ) führt sie steil ca. 6 km lang auf 423 Höhenmeter in das Dorf Pieve di Tremosine. Im September war sie nur als Einbahnstrasse bergauf befahrbar.


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