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Archive (September, 2019)

Südfrankreich – Eine Symphonie der Sinne

 

Die Region Provence-Alpes-Côte d’Azur

Einfach das Nötigste zum Reisen und Schlafen einpacken, in den Pajero Geländewagen mit Schlafmöglichkeit einsteigen und losfahren. Der Weg ist das Ziel und das hieß nun Südfrankreich und die Provence. Die lange Strecke von ca. 1100 km (meist Autobahn) schreckte mich nicht ab. Entspannt reisen und dort halten und übernachten, wo es mir gefällt – das bedeutet einfach Freiheit. Die Freiheit, den Weg zu bestimmen, sich von den Eindrücken leiten zu lassen und die schönen Momente in Photos festzuhalten. Jeder Tag birgt ein neues Abenteuer, eine neue Entdeckungsreise.

Die abwechselnden Landschaften, die Lavendelfelder, Ockersteinbrüche, wilden Schluchten und die hohen Berge, die an der azurblauen Côte d’Azur ins Meer übergehen, sind atemberaubend. Der Spätsommer im September hat noch viele Farbkleckse parat und die Wiesen duften immer noch nach vielen Blüten und trockenem Gras. Die Luft ist warm und sehr angenehm. Jeden Abend stelle ich meinen Geländewagen ab, bereite meine Schlafstätte vor, spanne meine 270° Markise ums Auto und geniesse die eingekauften Köstlichkeiten der Provence und lasse den Tag Revue passieren – einfach Savoir-vivre. Am Morgen dann wieder die Entscheidung, welchen Weg ich nun fahre. Und dann ist sie immer wieder da, diese Freiheit, spontan einzusteigen und einfach loszufahren. Und sollte es doch einmal länger regnen, dann gibt es immer noch diese kleinen wunderschönen Landhotels oder Chambre d’hôtes zum kurzfristigen übernachten.

 

Es verwundert nicht, dass dieser Teil Frankreichs viele Photographen und die Maler wie Henri Matisse, Auguste Renoir, Chagall, Vincent van Gogh, Paul Cézanne oder Pablo Picasso in seinen Bann zog. Das Licht, die Farben der Provence sind einzigartig und eine Reise eine wahre Symphonie der Sinne für Auge, Nase, Ohr und Mund. Gelbe Sonnenblumenfelder, das Violett des Lavendels, der Geruch unterschiedlichster Kräuter – die “Herbes de Provence”, die Parfümeure, die Konzerte der Les Cigales (Zikaden) und auch viele Höhepunkte der Kunstgeschichte und nicht zu vergessen die bunten Märkte, die den Provence-Urlaub auch für den Gaumen auf schönste Weise verwöhnen. Die Provence umfasst heute die Départements mit ihren Hauptstädten Alpes-de-Haute-Provence (Digne-les-Bains), Bouches-du-Rhône (Marseille), Var (Toulon) sowie Teilgebiete in den Départements Alpes-Maritimes (Nizza), Hautes-Alpes (Gap) und Vaucluse (Avignon).

 

Diese Photos sind wie ein Gemälde, wie von einem Maler,
Porträt und Landschaft zugleich.

Frei nach Jean-Luc Godard

 

Die Départements Vaucluse und Alpes-de-Haute-Provence:

Die Ockerbrüche von Roussillon und Rustrel – ein Farbflash für unsere Augen.

 

Beide Orte liegen inmitten des Naturparks Luberon im Départment Vaucluse und waren bis in die 1930er Jahre das Zentrum des Abbaus von Ockerfarben. Magische Orte, aus deren Erde die Farbpigmente der großen franz. Impressionisten stammen. Es gibt nicht viele Plätze auf der Welt, wo so viele und vor allem so intensive Rot-, Gelb- und Brauntöne aufeinandertreffen. Möglich machte dies der eisenhaltige Boden, der die unterschiedlichsten Töne von strahlenden Gelb bis zu leuchtendem Rot hervorbrachte. Zahlreiche Nuancen des Ockertons sowie das Spiel von Licht und Schatten in den Morgen- und Abendstunden machen den Anblick unvergesslich, erst recht bei blauem Himmel. Ockerfarben sind Erdfarben und werden als gelber Ocker, roter Ocker oder als brauner Ocker in der Malerei verwendet. Zwischentöne werden Lichtocker, Gelbocker, Goldocker oder als Satinocker bezeichnet. Durch Erhitzen des Ockers entstehen rötlichere Farbtöne.

Als Eröffnung der Farbenspiele sind die bekannten Ockerbrüche von Roussillon geeignet und dann später noch eine Steigerung – das Colorado de Rustrel oder auch Colorado Provençale. In der Nähe von Gordes liegt der schöne Ort Roussillon, er gehört zu den “Plus beaux villages de France”, den schönsten Dörfern Frankreichs. Der Ocker-Lehrpfad “Le Sentier des Ocres” wurde in den alten Steinbrüchen angelegt und verläuft durch das Tal Val des Fées/Chemin de Fées. Er ist eigentlich nur ein kurzer Fussweg zwischen einem Pinienwald und je nach gewählter Route von 30 bis 60 Minuten lang und im Sommer von Touristen überlaufen. Der jetzige Eintrittspreis für Erwachsene beträgt 3,- €. Es lohnt sich auch in Roussillon ein wenig durch die farbenfrohen Gassen zu schlendern, auf den Altstadtbergrücken mit seinem tollen Rundumblick zu spazieren und danach in den Cafés oder Restaurants eine Pause einlegen. Desweiteren ist hier auch noch eine alte Farbenfabrik –  das “Conservatoire des ocres – Ancienne Usine Mathieu”. Alles Wissenswerte über die Gewinnung und Handwerkskunst des Ockers ist dort zu erfahren. In dem angegliederten Laden gibt es sehr hochwertige giftfreie Farbpigmente in verschiedenen Verarbeitungsformen zu kaufen.

 

15 Kilometer weiter ist der Colorado de Rustrel oder Colorado Provençale. Hier sind die Farben noch intensiver und vielfältiger, das Gelände noch weitläufiger und man kann einen ganzen Tag dort verbringen. Durch das ca. 30 ha große Colorado führen zwei eindrucksvolle Rundwege. Der eine Rundweg ist ca. 3,9 km lang (Orange) und der andere Rundweg ca. 2,1 km (Bleu). Startpunkt beider Rundwege ist der Parkplatz, wo man gegen Gebühr (zur Zeit 5,- €) sein Fahrzeug abstellen kann und auch auch einen Plan der Rundwege erhält. Ab dem Parkplatz dauert es ca. 20 Minuten zu Fuß und man steht dann mitten im Ockersteinbruch und ist umgeben von farbintensiven Ockerfelsen, Dünen und bizarren Felsformationen – ohne Absperrungen und Wegebeschränkungen. Der lange Rundweg führt durch die Gebiete Le Sahara, Cheminées de Fées/Feenkamine und Désert Blanc. Unterwegs gibt es das Kiosk “La Rinsoulette”, an dem man ein kühles Getränk oder einen Happen essen kann.

 

Der Luberon – Ein Naturpark im Herzen der Provence.


 

Die Landschaft des Luberon ist ein besonderer Natur- und Kulturschauplatz und wurde von der UNESCO zum “Parc naturel régional du Luberon” erklärt. Er befindet sich in den Départements Vaucluse und Alpes-de-Haute-Provence. Die Gebirgskette gliedert sich in den westlichen Teil Petit Luberon und den östlichen Teil Grand Luberon. Lavendelfelder, Weinberge, Märkte, französische Lebensart und wunderschöne Bilderbuchdörfer, in denen man mit etwas Glück in das typische provenzalische Leben eintauchen kann. Leider sind diese aus dem Mittelalter oder der Renaissance meist auf einer Anhöhe liegenden Dörfer in der Hauptsaison ziemlich überlaufen. Doch als Ausweich bieten sich unzählige Wanderwege an, die durch die Täler und Schluchten des Luberon führen. Ausserhalb des Luberon liegen noch weitere schöne Landschaften und Bergdörfer wie die wilde Verdonschlucht oder das Dorf Moustiers-Sainte-Marie.

 

Département Var

Die meisten Südfrankreich-Urlauber kennen im Départment Var eher den westlichen Teil der Mittelmeerküste – die Côte d’Azur oder auch Côte Varoise genannt. Wer jedoch hier Urlaub verbringt hat die Qual der Wahl. Baden an der azurblauen Küste, bei einem Café au Lait in St. Tropez den Boule-Spielern zuschauen oder lieber im Hinterland in einem Bergdorf auf einer Restaurant-Terrasse Leben wie Gott in Frankreich. Genau bei dieser Mischung aus pulsierendem Leben, feinen Sandstränden und der herrlichen Küstenstraße bis zum Esterel-Massiv stehen idyllische Landschaften, ruhige Bergdörfer, Weinberge und beeindruckende Schluchten im Hinterland gegenüber.

 

Département Bouches-du-Rhône


 

Alles Wissenswerte über die Calanques mit Öffnungszeiten und Wandermöglichkeiten bei   www.calanques13.com

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