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Südfrankreich – Eine Symphonie der Sinne

 

Die Region Provence-Alpes-Côte d’Azur

Einfach das Nötigste zum Reisen und Schlafen einpacken, in den Pajero Geländewagen mit Schlafmöglichkeit einsteigen und losfahren. Der Weg ist das Ziel und das hieß nun Südfrankreich und die Provence. Die lange Strecke von ca. 1100 km (meist Autobahn) schreckte mich nicht ab. Entspannt reisen und dort halten und übernachten, wo es mir gefällt – das bedeutet einfach Freiheit. Die Freiheit, den Weg zu bestimmen, sich von den Eindrücken leiten zu lassen und die schönen Momente in Photos festzuhalten. Jeder Tag birgt ein neues Abenteuer, eine neue Entdeckungsreise.

Die abwechselnden Landschaften, die Lavendelfelder, Ockersteinbrüche, wilden Schluchten und die hohen Berge, die an der azurblauen Côte d’Azur ins Meer übergehen, sind atemberaubend. Der Spätsommer im September hat noch viele Farbkleckse parat und die Wiesen duften immer noch nach vielen Blüten und trockenem Gras. Die Luft ist warm und sehr angenehm. Jeden Abend stelle ich meinen Geländewagen ab, bereite meine Schlafstätte vor, spanne meine 270° Markise ums Auto und geniesse die eingekauften Köstlichkeiten der Provence und lasse den Tag Revue passieren – einfach Savoir-vivre. Am Morgen dann wieder die Entscheidung, welchen Weg ich nun fahre. Und dann ist sie immer wieder da, diese Freiheit, spontan einzusteigen und einfach loszufahren. Und sollte es doch einmal länger regnen, dann gibt es immer noch diese kleinen wunderschönen Landhotels oder Chambre d’hôtes zum kurzfristigen übernachten.

 

Es verwundert nicht, dass dieser Teil Frankreichs viele Photographen und die Maler wie Henri Matisse, Auguste Renoir, Chagall, Vincent van Gogh, Paul Cézanne oder Pablo Picasso in seinen Bann zog. Das Licht, die Farben der Provence sind einzigartig und eine Reise eine wahre Symphonie der Sinne für Auge, Nase, Ohr und Mund. Gelbe Sonnenblumenfelder, das Violett des Lavendels, der Geruch unterschiedlichster Kräuter – die “Herbes de Provence”, die Parfümeure, die Konzerte der Les Cigales (Zikaden) und auch viele Höhepunkte der Kunstgeschichte und nicht zu vergessen die bunten Märkte, die den Provence-Urlaub auch für den Gaumen auf schönste Weise verwöhnen. Die Provence umfasst heute die Départements mit ihren Hauptstädten Alpes-de-Haute-Provence (Digne-les-Bains), Bouches-du-Rhône (Marseille), Var (Toulon) sowie Teilgebiete in den Départements Alpes-Maritimes (Nizza), Hautes-Alpes (Gap) und Vaucluse (Avignon).

 

Diese Photos sind wie ein Gemälde, wie von einem Maler,
Porträt und Landschaft zugleich.

Frei nach Jean-Luc Godard

 

Die Départements Vaucluse und Alpes-de-Haute-Provence:

Die Ockerbrüche von Roussillon und Rustrel – ein Farbflash für unsere Augen.

 

Beide Orte liegen inmitten des Naturparks Luberon im Départment Vaucluse und waren bis in die 1930er Jahre das Zentrum des Abbaus von Ockerfarben. Magische Orte, aus deren Erde die Farbpigmente der großen franz. Impressionisten stammen. Es gibt nicht viele Plätze auf der Welt, wo so viele und vor allem so intensive Rot-, Gelb- und Brauntöne aufeinandertreffen. Möglich machte dies der eisenhaltige Boden, der die unterschiedlichsten Töne von strahlenden Gelb bis zu leuchtendem Rot hervorbrachte. Zahlreiche Nuancen des Ockertons sowie das Spiel von Licht und Schatten in den Morgen- und Abendstunden machen den Anblick unvergesslich, erst recht bei blauem Himmel. Ockerfarben sind Erdfarben und werden als gelber Ocker, roter Ocker oder als brauner Ocker in der Malerei verwendet. Zwischentöne werden Lichtocker, Gelbocker, Goldocker oder als Satinocker bezeichnet. Durch Erhitzen des Ockers entstehen rötlichere Farbtöne.

Als Eröffnung der Farbenspiele sind die bekannten Ockerbrüche von Roussillon geeignet und dann später noch eine Steigerung – das Colorado de Rustrel oder auch Colorado Provençale. In der Nähe von Gordes liegt der schöne Ort Roussillon, er gehört zu den “Plus beaux villages de France”, den schönsten Dörfern Frankreichs. Der Ocker-Lehrpfad “Le Sentier des Ocres” wurde in den alten Steinbrüchen angelegt und verläuft durch das Tal Val des Fées/Chemin de Fées. Er ist eigentlich nur ein kurzer Fussweg zwischen einem Pinienwald und je nach gewählter Route von 30 bis 60 Minuten lang und im Sommer von Touristen überlaufen. Der jetzige Eintrittspreis für Erwachsene beträgt 3,- €. Es lohnt sich auch in Roussillon ein wenig durch die farbenfrohen Gassen zu schlendern, auf den Altstadtbergrücken mit seinem tollen Rundumblick zu spazieren und danach in den Cafés oder Restaurants eine Pause einlegen. Desweiteren ist hier auch noch eine alte Farbenfabrik –  das “Conservatoire des ocres – Ancienne Usine Mathieu”. Alles Wissenswerte über die Gewinnung und Handwerkskunst des Ockers ist dort zu erfahren. In dem angegliederten Laden gibt es sehr hochwertige giftfreie Farbpigmente in verschiedenen Verarbeitungsformen zu kaufen.

 

15 Kilometer weiter ist der Colorado de Rustrel oder Colorado Provençale. Hier sind die Farben noch intensiver und vielfältiger, das Gelände noch weitläufiger und man kann einen ganzen Tag dort verbringen. Durch das ca. 30 ha große Colorado führen zwei eindrucksvolle Rundwege. Der eine Rundweg ist ca. 3,9 km lang (Orange) und der andere Rundweg ca. 2,1 km (Bleu). Startpunkt beider Rundwege ist der Parkplatz, wo man gegen Gebühr (zur Zeit 5,- €) sein Fahrzeug abstellen kann und auch auch einen Plan der Rundwege erhält. Ab dem Parkplatz dauert es ca. 20 Minuten zu Fuß und man steht dann mitten im Ockersteinbruch und ist umgeben von farbintensiven Ockerfelsen, Dünen und bizarren Felsformationen – ohne Absperrungen und Wegebeschränkungen. Der lange Rundweg führt durch die Gebiete Le Sahara, Cheminées de Fées/Feenkamine und Désert Blanc. Unterwegs gibt es das Kiosk “La Rinsoulette”, an dem man ein kühles Getränk oder einen Happen essen kann.

 

Der Luberon – Ein Naturpark im Herzen der Provence.


 

Die Landschaft des Luberon ist ein besonderer Natur- und Kulturschauplatz und wurde von der UNESCO zum “Parc naturel régional du Luberon” erklärt. Er befindet sich in den Départements Vaucluse und Alpes-de-Haute-Provence. Die Gebirgskette gliedert sich in den westlichen Teil Petit Luberon und den östlichen Teil Grand Luberon. Lavendelfelder, Weinberge, Märkte, französische Lebensart und wunderschöne Bilderbuchdörfer, in denen man mit etwas Glück in das typische provenzalische Leben eintauchen kann. Leider sind diese aus dem Mittelalter oder der Renaissance meist auf einer Anhöhe liegenden Dörfer in der Hauptsaison ziemlich überlaufen. Doch als Ausweich bieten sich unzählige Wanderwege an, die durch die Täler und Schluchten des Luberon führen. Ausserhalb des Luberon liegen noch weitere schöne Landschaften und Bergdörfer wie die wilde Verdonschlucht oder das Dorf Moustiers-Sainte-Marie.

 

Département Var

Die meisten Südfrankreich-Urlauber kennen im Départment Var eher den westlichen Teil der Mittelmeerküste – die Côte d’Azur oder auch Côte Varoise genannt. Wer jedoch hier Urlaub verbringt hat die Qual der Wahl. Baden an der azurblauen Küste, bei einem Café au Lait in St. Tropez den Boule-Spielern zuschauen oder lieber im Hinterland in einem Bergdorf auf einer Restaurant-Terrasse Leben wie Gott in Frankreich. Genau bei dieser Mischung aus pulsierendem Leben, feinen Sandstränden und der herrlichen Küstenstraße bis zum Esterel-Massiv stehen idyllische Landschaften, ruhige Bergdörfer, Weinberge und beeindruckende Schluchten im Hinterland gegenüber.

 

Département Bouches-du-Rhône


 

Alles Wissenswerte über die Calanques mit Öffnungszeiten und Wandermöglichkeiten bei   www.calanques13.com

Beitrag über Südfrankreich noch weiter in Bearbeitung!

Procida – die fast unbekannte Insel im Golf von Neapel

Ein Geheimtipp für Italienurlauber!

 

Sehnt man sich nach Sonne, mediterranem Flair und den leckeren italienischen Gerichten, dann sollte man unbedingt Urlaub im Golf von Neapel machen. Und wenn es dann noch etwas mehr typisches italienisches „La Dolce Vita“ sein soll, dann gehört Procida zur ersten Anlaufstelle. Egal ob es ein Tagesausflug per Schiff von Neapel oder Ischia ist oder ein paar Tage Erholung in einem kleinen Hotel auf der Insel – es lohnt sich immer wieder. Procida liegt neben den bekannten und touristisch sehr erschlossenen Inseln Ischia und Capri. Die sogenannte Zitroneninsel“ ist bequem zu Fuß zu erkunden, alternativ gibt es auch kleine Taxis oder orangefarbene Busse oder wer es lieber etwas sportlicher will – Elektrofahrräder zum Ausleihen. Die Insel ist nur per Schiff von Neapel, Pozzuoli oder Ischia aus erreichbar. Autofähren (Traghetti) verkehren von allen diesen Orten, die schnelleren Tragflächenboote (Aliscafi) von Neapel und Ischia.

Procida ist die mit 4 km² kleinste, dichtbesiedelste (Mittelmeer) und ursprünglichste Insel im malerischen Golf von Neapel mit ca. 10.500 Insulanern. Sie zählt zu den Phlegräischen Inseln und gehört zur Region Kampanien. Die höchste Erhebung ist Terra Murata (ca. 91 m). Auch Sandstrände gibt es hier, obwohl die Insel vulkanischen Ursprungs ist. Der schmale, lange Strand Spiaggia di Ciraccio dal Ciracciello im Nordwesten und im nördlichen Teil der Insel die kleine Bucht Spiaggia del Pozzo Vecchio.

Der Fischfang hat bis heute noch eine gewisse Bedeutung. Die immer seltener gewordenen lokalen Fischer bieten den frisch gefangenen Fisch auf der Insel an, ein erheblicher Teil wird allerdings zum großen Fischmarkt nach Pozzuoli gebracht. Viele Schiffskapitäne kommen auch von hier – deswegen interessant für Nautiker das Instituto Nautico”, die älteste Seefahrerschule Europas. Neben der Fischerei sind die Zitronen der ganze Stolze der Insulaner, die das Bild dieser kleinen Insel prägen. Seit Jahrhunderten werden sie hier von kleinen Familienbetrieben angebaut, geerntet und verkauft. Die Insulaner mischen die reifen Früchte gern mit Öl, Knoblauch, Minze und Paprika zu einem Salat. Natürlich gibt es auch eine Backware mit Zitronen, der Lingua dolci di Procida” – ein längliches mit Zitronencreme gefülltes Blätterteig-Teilchen.

Wenn man in den Hafen Marina Grande/Sancio Cattolico einläuft, wird man von typischen pastellfarbenen Häusern, die sich wie an einer Schnur im Hafen aufreihen, empfangen. Kleine Fischerboote schaukeln an Stegen im Wind und knatternde Mopeds rasen auf der Hafenpromenade. Die Strassen des gleichnamigen Hauptortes Procida verengen sich teilweise auf einen Durchlass von nur ca. 1,50 m. Breitere Autos haben hier auf diesen Strassen keine Chance und die Fussgänger müssen den Autos in Häusereingängen ausweichen. Eine der Hauptstrassen, die Via Vittorio Emanuele mit ihren alten, hohen Wohnhäusern mit steilen Treppen, kleinen Geschäften im Erdgeschoss, darunter auch LebensmittelgeschäfteWeinhandlungen und Boutiquen, laden zum Bummeln ein. Typische Alltagsszenen – eine ältere Frau seilt ihren Einkaufskorb aus einem Fenster von oben herab. Er hängt an einer kräftigen Schnur und in ihm befindet sich Geld, das der Lebensmittelhändler im Austausch für seine hineingelegte Ware als Bezahlung nimmt. Der Zeitungsausträger wirft seine Zeitungen auf die Balkone der Häuser oder steckt sie in kleine Rohre, die an Seilen hängen und später hoch gezogen werden.

Der kleine Fischerhafen Marina Corricella mit seinen würfelförmig übereinander verschachtelten bunten Fischerhäusern kommt der Vorstellung von einem für Italien ursprünglichen und romantischen Fischerort sehr nahe. Farbenfrohe Hausfassaden spiegeln sich im Blau des Mittelmeeres – steile Treppen, Torbögen, Terrassen und enge Gänge durchziehen das Häusergewirr. Hier flicken Fischer am Nachmittag noch ihre Netze oder spielen Karten, Katzen räkeln sich in der Sonne, Wäsche hängt zum Trocknen an Leinen und Restaurants warten auf ihre Gäste. Und am Abend sollte man sich ein Plätzchen in einem der Restaurants reservieren. Hier gibt es immer frischen Fisch zum Essen und in der Ferne versinkt die Sonne wie auf Capri im roten Meer. Ein bekanntes Fisch- und Pasta-Restaurant ist das „La Lampara” am Ende der Mole mit einem wunderbaren Blick auf die bunten Häuserfronten ( www.facebook.com/lalampara.gentile ). Tagsüber genießt man in der Bar Chiaro Di Luna” ein leckeres Zitronensorbet, Zitronenlimonade oder einen typischen Zitronensalat ( www.facebook.com/bargelateriachiarodiluna ). Hier drehte auch Regisseur Michael Radford den Film Il Postino” – der Postmann. auch einige Aufnahmen von Patricia Highsmiths Verfilmung „Der talentierte Mr. Ripley“ sind mit Matt Damon und Gwyneth Paltrow hier entstanden.

Hoch über der Insel thront das eigentliche historische Zentrum – die Terra Muratadas älteste bewohnte Viertel der Insel. Ist erst einmal der steile Anstieg geschafft, belohnt die Terra Murata die Mühe mit ihrer historischen Atmosphäre und engen Gässchen, den bunten Häusern und einer einmaligen Aussicht über den Golf von Neapel und die Marina Corricella. Die schönste Aussichtsterrasse befindet sich am Ende der Via Borgo mit einer kleinen Bar. Das andere dominierende Gebäude hier oben ist der ehemalige Palazzo d’Avalos mit seinen Festungsmauern. Der Feudalherr Innico d’Avalos legte die Burg 1560 als Palast an. Von 1830 bis 1988 diente der verlassene Adelspalast zunächst als Kerker für politische Gefangene Neapels, später für Schwerverbrecher und Camorramitglieder. Nach Jahren des Verfalls überließ der italienische Staat die Ruine 2013 der Inselgemeinde, die jedoch kein Geld für eine Restaurierung hat. Ehrenamtliche Ortskundige führen nach Anmeldung online durch die wenigen begehbaren Trakte ( www.comune.procida.na.it ).

Am Karfreitag ist die Insel mit der Karfreitagsprozession ein ganz besonderer Ort. Die Misteri” sind lebensgroße Szenen aus der Bibel von enormer Größe/Gewicht und werden von jungen Männern in weißen Kutten mit blauen Capes mehrere Stunden lang durch die engen Gassen der Insel getragen. Fröhlicher fällt am letzten Juli Wochenende die Sagre del Mareaus, bei der die Graziella des Jahres gewählt wird. In dem Schönheitswettbewerb wird eine lokale Frau in traditionellen selbstgenähten Kleidern gesucht, die der jungen Fischerin ähneln sollte, in die sich der französische Schriftsteller Alphonse de Lamartine 1852 verliebte.

Schöne Hotels sind das Boutiquehotel La Casa sul Mare” – alle Zimmer mit Meerblick und kleiner Terrasse, Frühstück im Garten mit Blick auf die Corricella-Bucht ( www.lacasasulmare.it ) und das Hotel La Corricella”, am Rande der Fischerbucht mit Fischrestaurant La Lampara“ ( www.hotelcorricella.it/it ).

Weitere Informationen über die Insel findet man hier:
www.visitprocida.com
www.isoladiprocida.it/procida_dd

Ischia – Die Insel für Körper und Seele

 

Die Seele baumeln lassen und Wellness mit Natur geniessen.

Mit der Fähre von Neapel/Molo Beverello kommend läuft man in den malerischen Naturhafen von Ischia Porto ein (Überfahrt ca. 90 Minuten). Der kreisrunde Vulkankrater als Hafenbecken ist die erste Anlaufstation für die vielen Urlauber. Auf der Insel leben ca. 68.000 Einwohner und es gibt sechs Kommunen: Ischia (Porto & Ponte), Casamicciola, Lacco Ameno und Forio an der Küste, Barrano hoch über dem Maronti-Strand und Serrana Fontana in den Bergen. In gut einer Stunde kann man die Insel mit dem Bus in beiden Richtungen umrunden oder ganz italienisch mit der Vespa. Je nach der kürzesten Entfernung zum Ortsziel wählt man die Buslinie Circonvallazione destra (Rechtsumrundung) oder Circonvallazione sinistra (Linksumrundung). Das Busnetz ist sehr gut ausgebaut, sodass man fast jeden entlegenen Ort erreichen kann. Die Busse fahren außerdem fast sehr regelmäßig ​​​alle 15 bis 30 Minuten.

Das Bild der an der Küste liegenden Orte wie Ischia Ponte, Casamicciola, Lacco Ameno, Forio oder Sant’ Angelo prägen verwinkelte Gassen mit Kopfsteinpflaster, alte Steintreppen, Torbögen und die farbenfrohen Fassaden der Häuser und Villen. Besonders auffällig die monumentale Felsenfestung Castello Aragonese mit 113 m Höhe in Ischia Ponte. Obwohl die Bevölkerung der Insel sich mittlerweile fast ausschliesslich dem Tourismus widmet, gibt es noch landwirtschaftlich genutzte Flächen meist im Landesinneren und traditioneller Fischfang in den Küstenorten. Umrundet man die Insel, bieten sich immer wieder atemberaubende Ausblicke – Felsvorsprünge, Buchten, Strände, Landschaften mit Pinienwäldern wie Falanga und Bergregionen mit schönen Wanderwegen, wie den Monte Epomeo mit 788 m der höchste Berg der Insel. Auch wird immer wieder die Küste durch Fumarolen und Thermalquellen unterbrochen. Im Mai und Juni steht alles in Blüte und für Naturfreunde und Wanderer ist das die beste Reisezeit. Auf der Insel herrscht ein typisches Mittelmeerklima – die Sommer meist mit 26 °C bis 35 °C und milde Winter mit ca. 10 °C. Das Meerwasser ist im Sommer ca. 21 °C warm.

Bekannt ist die größte Insel (46 km²) im Golf von Neapel vor allem für ihre Thermalquellen und Thermalgärten – 103 Quellen, 69 Fumarolen und 29 Thermalquellen. Sie wurde in den 50er Jahren als Kurinsel entdeckt und touristisch dazu erschlossen. Das Thermalwasser regt das Immunsystem an und ist für ihre heilende Wirkung bei degenerativen und rheumatischen Erkrankungen, Hauterkrankungen, Atemwegserkrankungen und anderen Schmerzsyndromen bekannt. Ein Tag in einem der Thermalquellen/Gärten ist eine Wohltat für Körper und Seele. Viele Hotels auf der Insel haben auch eigene Thermalschwimmbäder, bieten verschiedene Anwendungen an wie therapeutische Massagen, Fango-Packungen, Ayurveda und Beauty-Behandlungen und so geniessen die Urlauber die herrlichen Naturlandschaften und Orte und entspannen im Hotel für ihre eigene Gesundheit mit Wellness.

Thermalparks mit Eintrittsgeld sind z.B. Aphrodite bei Sant’ Angelo, Gärten des Poseidon bei Forio und der kunstvolle Thermalpark Negombo bei Lacco Ameno. Es gibt aber auch kostenlose Zugänge zu Thermalwasser wie z.B. bei Forio die Baia de Sorgeto. Über eine Treppe von über 200 Stufen erreicht man die Bucht, wo das heiße Wasser ins Meer mündet. Ein weiterer Zugang ist in der Nähe von Ischia Ponte in der Carta Romana Bucht. In natürlichen Becken vermischt sich Meerwasser mit Thermalwasser und es ergeben sich unterschiedliche Wassertemperaturen beim Schwimmen. Die Bucht ist mit den Linienbussen C12 und C13 von Ischia Porto aus zu erreichen. Ein wunderschöner Landschaftspark ist der Giardini La Mortella zwischen Lacco Ameno und Forio. Exotische Pflanzen, Vögel, ein orientalischer Teil mit einem thailändischen Tempel, viele Brunnen, Teiche, Bachläufe sind bei einem Spaziergang zu bewundern und alles wird mit Musik untermalt.

 

Dolcefarniente – das süße Nichtstun!

Wer gerne an die typischen klassischen italienischen Badestrände und Bagnos möchte, der findet hier eine vielzahl mit Liegestühlen und Kabinen ausgestattete Strände oder Kieselbuchten. Die Strandbäder/Bagnos auf Ischia sind anders wie die an der Riviera sehr klein und jedes hat auch seine eigenen Farben. Vorne die Strände oder eine Holzplattform mit Liegestühlen und Sonnenschirmen, dahinter Holzumkleidekabinen, Duschen und Toiletten. Meistens gibt es noch eine Bar oder Restaurant. Ein sehr schönes Bagno ist das Bagno Bar Ristorante Ricciulillo di Mattera Giovan Giuseppe – www.ricciulillo.it/deutsch.php. Es ist ein exzellentes kleines Restaurant und die Speisekarte erfüllt alle Wünsche an Qualität und Frische von z.B. Fisch und Pasta. Alles wunderbar gekocht mit frischen Kräutern und Gewürzen. Die Lage ist ein Traum, direkt am Strand mit direkter Sicht zum Castello Aragonese und Procida. Natürlich hat das Essen mit der Aussicht seinen Preis, aber es ist es allemal wert… gerne wieder!

Lohnenswert ist ein Spaziergang von Ischia Porto nach Ischia Ponte oder umgekehrt. Beide Ortsteile könnten nicht unterschiedlicher sein. Porto mit Hafen, den typischen Bagnos, Hotels und teuren Einkaufsläden/Cafés/Restaurants und dagegen Ponte mit altem Charme, kleinen Lokalen, dem Fischerstrand Spiaggia dei Pescatori und schönen Fischerhäusern und alten Kirchen am Meer. Nicht zu vergessen als Schlusspunkt das Castello Aragonese. Der Weg geht los im Hafen Porto über die Flaniermeilen Via Roma und Corso Vittoria Colonna mit blühenden Oleanderbäumen. Eine kleine Erfrischung wie ein Espresso oder leckeres Eis gönnt man sich im Gran Caffè Vittoria. Ab hier geht das Leben nun schon langsamer und ruhiger zu. Jetzt kann man zum Fischerstrand Spiaggia dei Pescatori schlendern und am Meer weiter bis zum 200 m langen Steg/Brücke zum Castello Aragonese gehen. Ein Besuch des Castello lohnt sich auf jeden Fall – seine Geschichte im Laufe der Zeit erfahren als Schutz vor Piraten, als Adelspalast der Aragoneser, Kloster, Kerker und politisches Gefängnis. Nach dem Ticketkauf geht es mit einem Aufzug hoch in die Festung. Von hier hat man wunderschöne Ausblicke auf den Epomeo, das Meer, die Insel Procida und bei gutem Wetter sogar bis Capri. Das ehemalige Kloster ist mittlerweile ein Hotel mit gehobenem Restaurant – https://de.albergoilmonastero.it/&session_id=iareia0qar6a39ogo20ogd8kui. Mit etwas Glück gibt es auch Ausstellungen, Events und Konzerte in der Burganlage oder Aussenterrassen – www.castelloaragoneseischia.com/en. Bekannt ist das alljährlich stattfindende Ischia Film Festival.

Das LEBEN

wird nicht gemessen an der Anzahl der Atemzüge,

sondern an den Orten und Momenten, die uns den Atem rauben.

Angelehnt an das Zitat von Patricia Schultz – US-amerikanische Schriftstellerin

“Parade der Kulturen” in Frankfurt am Main

PdK 2014 FFM Permif e.V. Indonesien WWW_03

Das Leben ist so bunt… so bunt wie die “Parade der Kulturen”.

Alle zwei Jahre findet in Frankfurt am Main die “Parade der Kulturen” statt. Sie zeigt die große Internationalität und kulturelle Vielfalt Frankfurts und Deutschlands in einem farbenfrohen Umzug, Musikveranstaltungen und einem Markt der Kulturen mit Essens- und Kunsthandwerkerständen. Der Veranstalter, der Frankfurter Jugendring (FJR), will damit ein Zeichen gegen Ausgrenzung, Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit und für ein friedliches, respektvolles Miteinander der Kulturen setzen. Menschen aus allen Kontinenten und quer durch alle Generationen zeigen ihre Kultur und Traditionen.

Seit 2003 veranstaltet der FJR diese Parade zusammen mit 29 Jugendverbänden und ca. 100 teilnehmenden Organisationen oder Vereinen. Immer geplant als Signal für Offenheit und Solidarität in der Stadt Frankfurt am Main, vor allem für die Menschen in der Stadt, die am sozialen und gesellschaftlichen Leben nicht oder kaum teilhaben können. Dabei gelten Migration, ein friedliches Miteinander, Gleichberechtigung und Integration als wichtige Prinzipien im friedlichen Zusammenleben – unabhängig von Herkunft, Alter, Hautfarbe, Glauben, Geschlecht, sexueller Orientierung, körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung.

Mit diesen Photos der “Parade der Kulturen” möchte ich die besonderen Momente des Zusammenspiels von Emotionen, Farben, Musik, Schönheit und Stolz der Teilnehmer zeigen.

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